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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

 

 

Definition und Arten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch kardiovaskuläre Erkrankungen genannt, sind die häufigste Todesursache in der Schweiz.

Der Begriff „kardiovaskuläre Erkrankungen“ umfasst neben der koronaren Herzkrankheit und dem Herzinfarkt auch Schlaganfälle, periphere arterielle Verschlusskrankheit und Aortenerkrankungen. Diese sind meist Folge einer krankhaften Einlagerung von Cholesterin in den Arterien (Arteriosklerose).

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Symptome

Die Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen können je nach spezifischer Erkrankung variieren. Häufige Anzeichen sind Brustschmerzen, Atemnot, Herzrasen, Schwindel, Müdigkeit und geschwollene Beine. Es ist wichtig, auf solche Warnsignale zu achten und bei Verdacht auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
 

Zusammenhang von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Blutfettwerten

Cholesterin gehört mit den Triglyzeriden zu den Blutlipiden (auch "Blutfette" genannt). Beide sind für unseren Stoffwechsel zwar lebensnotwendig, werden jedoch im Übermass zu einem ernsten Risikofaktor für unsere Gesundheit. Daher ist es wichtig, die Blutlipide unter Kontrolle zu halten. Bei der Bestimmung der Blutlipide werden bei einem Bluttest verschiedene Werte gemessen.
Meist sind dies:

  • Cholesterin beziehungsweise dessen verschiedene Untergruppen:
    • Gesamtcholesterin
    • LDL-Cholesterin (Lipoprotein-Cholesterin niedriger Dichte; «schlechtes» Cholesterin)
    • HDL-Cholesterin (Lipoprotein-Cholesterin hoher Dichte; «gutes» Cholesterin)
  • Triglyzeride
     

Den Cholesterinspiegel im Auge behalten

Wenn im Blut zu viel Cholesterin vorhanden ist, kommt es zu einer Ablagerung in den Blutgefässen (Arterien). Es bildet sich eine sogenannte Atherosklerose, umgangssprachlich auch "Arterienverkalkung" genannt. Diese kann im weiteren Verlauf beispielsweise zu einem Herzinfarkt oder einem Hirnschlag führen.

Die grosse Problematik dabei: Ein zu hoher Cholesterinwert ist äusserlich häufig nicht erkennbar, da er nicht zwingend mit Übergewicht oder anderen Symptomen einhergeht. Auch die Atherosklerose als mögliche Folgeerkrankung verursacht anfänglich keine spürbaren Symptome und wird daher häufig nicht oder erst zu spät erkannt.

Deshalb ist es sehr wichtig, den Cholesterinwert im Rahmen eines einfachen Bluttests beim Hausarzt oder der Hausärztin regelmässig prüfen zu lassen. So können frühzeitig Massnahmen wie eine Umstellung der Ernährung und medikamentöse Behandlung ergriffen werden.
In der Praxis zeigt sich, dass ein Grossteil der Hochrisikopatientinnen und -patienten die Zielwerte des LDL-Cholesterins mit einer angepassten Ernährung allein nicht erreicht. Daher besteht Bedarf an effektiven Cholesterinsenkern.

 

Ursachen und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

2017 wiesen 13% der Bevölkerung in der Schweiz einen zu hohen Cholesterinspiegel auf oder nahmen Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels. Dieser Anteil steigt mit zunehmendem Alter (bis 74 Jahre) an. Der Anteil der Personen mit zu hohem Cholesterinspiegel ist zwischen 2002 und 2017 um 4 Prozentpunkte gestiegen.

Es gibt neben dem fortgeschrittenen Alter aber auch andere Faktoren, welche das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung beeinflussen. So tragen etwa Rauchen, Übergewicht (Adipositas), Bluthochdruck, die oben beschriebenen zu hohen Cholesterinwerte, Diabetes oder eine chronische Nierenerkrankung zu einem erhöhten Risiko bei. Auch die familiäre Veranlagung kann eine Rolle spielen.
 

Krankheitsverlauf und Versorgung

Der Krankheitsverlauf bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann sehr unterschiedlich sein und hängt auch von der Art der Erkrankung und ihrer Schwere ab.

Da eine gesunde Ernährung, körperliche Aktivität und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol dazu beitragen können, erhöhte LDL-Cholesterinwerte zu verringern und das kardiovaskuläre Risiko zu senken, ist die Änderung des Lebensstils immer der erste Schritt.

Bei vielen Patientinnen und Patienten reichen diese Massnahmen allerdings nicht aus, sodass eine medikamentöse Behandlung erforderlich wird, um die empfohlenen LDL-Cholesterin-Zielwerte zu erreichen. Neben der Lipid-Apherese, einem Blutreinigungsverfahren, kommen dafür Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen infrage. 
 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen können durch eine Kombination gesunder Lebensstilentscheidungen und Risikofaktorenmanagement effektiv vorgebeugt werden. Wichtige Massnahmen sind

  • eine gesunde, ausgewogene Ernährung (gesättigten Fettsäuren, Transfette, Salz und zuckerhaltigen Lebensmitteln vermeiden)
  • regelmässige Bewegung
  • Nichtrauchen
  • Gewichtskontrolle
  • Blutdruck- und Cholesterinmanagement (regelmässige ärztliche Untersuchungen, um Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte frühzeitig zu erkennen und zu behandeln) 
  • Stressbewältigung: Mit Techniken zur Stressbewältigung wie Meditation, Yoga oder Entspannungsübungen Stress abbauen und die Herzgesundheit fördern.

Indem Sie diese Massnahmen in Ihren Lebensstil integrieren, können Sie Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduzieren und Ihre allgemeine Gesundheit und Lebensqualität verbessern.
 

Medikamentengruppen zur Senkung erhöhter LDL-Cholesterinwerte

In der Schweiz gibt es mehrere Medikamentengruppen, welche für die Senkung erhöhter LDL-Cholesterinwerte im Blut zugelassen sind:

  • Statine: Statine sind die am häufigsten verwendete Medikamentengruppe zur Senkung von LDL-Cholesterin. Sie blockieren ein Enzym in der Leber, das Cholesterin produziert, und reduzieren dadurch den LDL-Cholesterinspiegel. Statine werden täglich als Tabletten eingenommen. Der Arzt oder die Ärztin verschreibt ein Statin entweder allein oder in Kombination mit anderen Medikamenten. Es gibt auch Patientinnen und Patienten, die Statine nicht gut vertragen. Dann werden andere Medikamente eingesetzt, ebenfalls alleine oder in Kombination.
  • Cholesterol-Resorptionshemmer: Ein Cholesterol-Resorptionshemmer ist ein Medikament, das die Aufnahme von Cholesterin im Darm blockiert und dadurch den LDL-Cholesterinspiegel senken kann. Cholesterol-Resorptionshemmer werden täglich als Tablette eingenommen. Sehr häufig werden Cholesterol-Resorptionshemmer mit einem Statin kombiniert, da die beiden komplementär wirken.
  • Adenosintriphosphat-Citrat-Lyase (ACL)-Hemmer: Ein ACL-Hemmer ist ein weiteres Medikament, das ein Enzym in der Leber blockiert, das Cholesterin produziert, und reduziert dadurch den LDL-Cholesterinspiegel. ACL-Hemmer werden täglich als Tablette eingenommen. Sehr häufig werden ACL-Hemmer mit Cholesterol-Resorptionshemmer kombiniert, da die beiden komplementär wirken.
  • Gallensäurebinder: Gallensäurebinder sind eine weitere Gruppe von Medikamenten, die den LDL-Cholesterinspiegel senken können. Sie wirken, indem sie Gallensäuren im Darm binden und dadurch deren Rückaufnahme in den Körper reduzieren. Gallensäurebinder werden täglich als Tabletten eingenommen.
  • PCSK9-Hemmer/-Senker: Das PCSK9-Protein hindert die Leber daran, LDL-Cholesterin aus dem Blut zu entfernen. PCSK9-Hemmer (in Form von vollhumanen monoklonalen Antikörpern) und -Senker (in Form eines kleines interferierenden RNAs) blockieren bzw. reduzieren das PCSK9-Protein durch unterschiedlichen Wirkmechanismen und reduzieren dadurch den LDL-Cholesterinspiegel. PCSK9-Hemmer und -Senker werden im Abstand von mehreren Wochen bzw. Monaten als Injektion verabreicht. Sehr häufig werden PCSK9-Hemmer und -Senker mit einem Statin und/oder einem Cholesterol-Resorptionshemmer kombiniert.

Die Wahl des Medikaments sowie dessen Dosis werden von einem Arzt oder einer Ärztin individuell auf den Patienten oder die Patientin abgestimmt. Es kann auch empfohlen werden, eine Kombination verschiedener Medikamente zu verwenden, um den LDL-Cholesterinspiegel zu senken.

MAT-CH-2300477-1.0 - 01/2024