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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ein Mediziner im weißen Kittel erklärt einem aufmerksamen Patienten ein anatomisches Herzmodell in einer medizinischen Umgebung.

 

 

Definition und Arten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Der Begriff „kardiovaskuläre Erkrankungen“ umfasst neben der koronaren Herzkrankheit und dem Herzinfarkt auch Schlaganfälle, periphere arterielle Verschlusskrankheit und Aortenerkrankungen. Diese sind meist Folge einer krankhaften Einlagerung von Cholesterin in den Arterien (Arteriosklerose).

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch kardiovaskuläre Erkrankungen genannt, sind die häufigste Todesursache in der Schweiz.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Symptome

Die Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen können je nach spezifischer Erkrankung variieren. Häufige Anzeichen sind Brustschmerzen, Atemnot, Herzrasen, Schwindel, Müdigkeit und geschwollene Beine. Es ist wichtig, auf solche Warnsignale zu achten und bei Verdacht auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ursachen und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

15% der Bevölkerung wiesen 2022 einen zu hohen Cholesterinspiegel auf oder nahmen Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels.  Dieser Anteil steigt mit zunehmendem Alter an.  Der Anteil der Personen mit zu hohem Cholesterinspiegel hat zwischen 2002 und 2022 um 6 Prozentpunkte zugenommen.

Es gibt neben dem fortgeschrittenen Alter aber auch andere Faktoren, welche das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung beeinflussen. So tragen etwa Rauchen, Übergewicht (Adipositas), Bluthochdruck, die oben beschriebenen zu hohen Cholesterinwerte, Diabetes oder eine chronische Nierenerkrankung zu einem erhöhten Risiko bei. Auch die familiäre Veranlagung kann eine Rolle spielen.

Cholesterin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Zusammenhang und Kontrolle

Cholesterin gehört mit den Triglyzeriden zu den Blutlipiden (auch "Blutfette" genannt). Beide sind für unseren Stoffwechsel zwar lebensnotwendig, werden jedoch im Übermass zu einem Risikofaktor für unsere Gesundheit. 

 

Was wird gemessen?

Bei der Bestimmung der Blutlipide werden bei einem Bluttest verschiedene Werte gemessen:

  • Cholesterin beziehungsweise dessen verschiedene Untergruppen:
    • Gesamtcholesterin
    • LDL-Cholesterin (Lipoprotein-Cholesterin niedriger Dichte)
    • HDL-Cholesterin (Lipoprotein-Cholesterin hoher Dichte)
  • Triglyzeride
     

Warum ist die Kontrolle so wichtig?

Wenn im Blut zu viel Cholesterin vorhanden ist, kann dies zu Ablagerungen in den Blutgefässen (Arterien) führen. Es kann sich eine sogenannte Atherosklerose (umgangssprachlich "Arterienverkalkung") entwickeln, die einen Risikofaktor für Folgeereignisse wie einen Herzinfarkt oder Hirnschlag darstellt.

Die Problematik: Ein zu hoher Cholesterinwert ist äusserlich häufig nicht erkennbar, da er nicht zwingend mit Übergewicht oder anderen Symptomen einhergeht. Auch die Atherosklerose als mögliche Folgeerkrankung verursacht anfänglich keine spürbaren Symptome und wird daher häufig nicht oder erst zu spät erkannt.

 

Regelmässige Kontrolle ist entscheidend

Da erhöhte Cholesterinwerte und Atherosklerose lange Zeit unbemerkt bleiben, ist eine regelmässige Kontrolle besonders wichtig.

Deshalb empfehlen Fachpersonen, den Cholesterinwert im Rahmen eines einfachen Bluttests beim Hausarzt oder der Hausärztin überprüfen zu lassen. Die Häufigkeit dieser Kontrollen richtet sich nach den individuellen Risikofaktoren und den ärztlichen Empfehlungen. Eine regelmässige Überwachung der Blutfettwerte ermöglicht es, die Behandlung bei Bedarf anzupassen und die individuell festgelegten Zielwerte anzustreben. In der Praxis zeigt sich, dass die empfohlenen LDL-Cholesterin-Zielwerte nicht immer erreicht werden.

Ein Mediziner im weissen Kittel liest ein Elektrokardiogramm vor einer anderen Person in blauer Kleidung.


Krankheitsverlauf und Versorgung

Der Krankheitsverlauf bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann sehr unterschiedlich sein und hängt auch von der Art der Erkrankung und ihrer Schwere ab.

Da eine gesunde Ernährung, körperliche Aktivität und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol dazu beitragen können, erhöhte LDL-Cholesterinwerte zu verringern und das kardiovaskuläre Risiko zu senken, ist die Änderung des Lebensstils immer der erste Schritt.

Bei vielen Patientinnen und Patienten reichen diese Massnahmen allerdings nicht aus, sodass eine medikamentöse Behandlung erforderlich wird, um die empfohlenen LDL-Cholesterin-Zielwerte zu erreichen. Neben der Lipid-Apherese, einem Blutreinigungsverfahren, kommen dafür Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen infrage. 
 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen können durch eine Kombination gesunder Lebensstilentscheidungen und Risikofaktorenmanagement effektiv vorgebeugt werden.

 

Anpassung des Lebensstils

Wichtige Massnahmen, die eine Senkung der Cholesterinwerte bewirken können, sind: 

  • Gesunde, ausgewogene Ernährung: Reduktion von gesättigten Fettsäuren, Transfetten, Salz und zuckerhaltigen Lebensmitteln

  • Regelmässige körperliche Aktivität: Bewegung kann den HDL-Cholesterinspiegel erhöhen und das LDL-Cholesterin senken

  • Nichtrauchen: Rauchstopp verbessert die Gefässgesundheit und das Cholesterinprofil

  • Gewichtskontrolle: Normalgewicht unterstützt gesunde Cholesterinwerte

  • Blutdruck- und Cholesterinmanagement: Regelmässige ärztliche Kontrollen ermöglichen die frühzeitige Erkennung und Behandlung erhöhter Werte

  • Stressbewältigung: Techniken wie Meditation, Yoga oder Entspannungsübungen können sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken

 

Medikamentöse Ansätze zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte

Wenn Lebensstilmassnahmen nicht ausreichen, stehen in der Schweiz verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung:

  • Statine: Blockieren ein Enzym, das unter anderem in der Leber an der Cholesterinproduktion beteiligt ist. Statine werden täglich als Tabletten eingenommen, entweder allein oder in Kombination mit anderen Medikamenten.

  • Cholesterol-Resorptionshemmer: Blockieren die Aufnahme von Cholesterin im Darm. Werden täglich als Tablette eingenommen und häufig mit Statinen kombiniert, da sie komplementär wirken.

  • ACL-Hemmer: Blockieren ein weiteres Enzym in der Leber, das an der Cholesterinproduktion beteiligt ist. Werden täglich als Tablette eingenommen und oft mit Cholesterol-Resorptionshemmern kombiniert.

  • Gallensäurebinder: Binden Gallensäuren im Darm und reduzieren deren Rückaufnahme in den Körper. Werden täglich als Tabletten eingenommen.

  • PCSK9-Hemmer und -Senker: Blockieren bzw. reduzieren das PCSK9-Protein, das die Leber daran hindert, LDL-Cholesterin aus dem Blut zu entfernen. Werden als Injektion im Abstand von mehreren Wochen bzw. Monaten verabreicht und häufig mit anderen Medikamenten kombiniert.

Die Wahl der Behandlung wird individuell auf den Patienten abgestimmt und kann sowohl Lebensstilmassnahmen als auch medikamentöse Therapien umfassen.

MAT-CH-2300477-2.0 - 02/2026